Tag 35 – Pflege, Pflege, Alltag, Alltag

Freitag 07.01.: Was mache ich zur Pflege: Weiterhin täglich mit Feuchtigkeitscreme 10% Urea eincremen.
Wie ist das Gefühl: Die Narbe ist weich. Die Knubbel darunter sind verschwunden. Ich spüre noch ganz leicht die Einstiche der Narbe als festere Stellen um meinen Penis herum. Aber es sieht sehr gut aus. Das ehemalige Fremulum, das Gewirr von Nähten und Schorf, sieht perfekt aus.
Wenn der Penis steif ist: Die Beschneidung ist sehr straff geworden. Das anfängliche Spannen ist verschwunden. Meine Eichel sieht größer aus als vorher und fühlt sich auch größer und besser an als mit Vorhaut. Das Gefühl beim Sex und beim Eincremen ist völlig anders als früher. Das hin- und herbewegen der Vorhaut ist ein spezielles, erregendes Gefühl. Jetzt ist es eher so, als sei der Penis eine Art Pfahl, der wie ein Schwert in die Scheide geführt wird. Nichts wabbelt, nichts rollt sich auf. Nichts muss zurückgezogen werden, wenn man das volle Gefühl haben möchte.
Beim Sex: Es muss noch mehr Zeit vergehen, um alles zu beurteilen. Auf jeden Fall ist mein Penis gefühlt schneller und länger Steif. Härter und ausgeprägter auch. Meiner Frau gefällt es auch besser. Nicht nur optisch. Ihre letzten Orgasmen waren intensiver als früher. Das könnte natürlich auch andere Gründe haben – wir werden sehen.
Nach dem ganzen Chaos der letzten zwei Wochen bin ich nun wieder total zufrieden und froh mit meiner Beschneidung. Es ist so geworden, wie ich es mir gewünscht habe. Was jetzt für mich interessant wird ist die Pflege. Soll ich weiterhin täglich cremen? Einen Schutz tragen? Nichts dergleichen? Im Moment ist es noch so, dass ich meine Unterhose gut spüre. Mich erregt das Gefühl oft – das finde ich gut. Ungefähr so habe ich es empfunden, als ich die Eichel frei getragen habe. Nur rutscht jetzt keine Vorhaut mehr darüber.

Tag 34 – Licht

Donnerstag 06.01.: Was für eine Zeit. Meine Gefühle spielen verrückt. Die ganzen letzten Tage habe ich immer wieder meine Eichel und Vorhaut mit der Feuchtigkeitscreme eingecremt. Dabei habe ich versucht, mich auf meine Fingerbewegungen zu konzentrieren. Klingt doof, aber ich versuche, meine Nerven wieder einzulernen. Funktioniert das?
Heute haben wir das erste mal wieder normalen Sex nach meinem Gefühlschaos. Und ja, ich bin aufgeregt. Eine Mischung aus Verlangen und „nicht probieren wollen“… …und es ist gut. Was für ein Wahnsinn. Diese Sache macht mich noch verrückt. Ja, Sex ist mir sehr wichtig. Aber das Ganze ist mir jetzt doch langsam zu aufregend. Auf jeden Fall kann ich sagen, dass mein Gefühl wieder da ist. Ich hab mir zwischenzeitlich ein paar Sachen bestellt, die die Eichel in der Hose schützen sollen. Mal sehen. Ich werd es einfach probieren.

Tag 25 – Chaos

Dienstag 28.12.: Jetzt geht es erstmal in die Ferien. Ich reibe meine Eichel und die Vorhaut jeden Tag mit dieser Feuchtigkeitscreme ein. Ist es schon besser geworden? Nein. Beim Einmassieren spüre ich schon die Eichel. Also ganz taub ist sie nicht. Aber sobald mein Penis steif wird, nimmt die Empfindung ab. Ich habe etwas Angst vor diesem Gefühl. Naja, über die Feiertage ist viel los, kaum Zeit für Sex. Zweimal haben wir jetzt schon aufgehört, weil ich das Gefühl nicht aushalte. Das Gefühl, kein Gefühl zu haben.
Wenn das so bleibt, drehe ich durch.

Tag 20 – War es der größte Fehler meines Lebens?

Donnerstag 23.12.: Schlechte Nachrichten. Nachdem die Schmerzen weg sind, habe ich jetzt beim Sex ein Taubheitsgefühl. Es fühlt sich sehr komisch an. Der Schaft ist empfindsam wie immer. Aber der vordere Teil, so die vordere Hälfte ist wie taub. Vorher war da noch die Druckempfindlichkeit und andere Gefühle, jetzt fühlt es sich eher taub an. Ich bin verunsichert. Hab ich was falsch gemacht???
In meiner Verzweiflung habe ich sogar bei meinem Arzt nachgefragt (per eMail). Er beruhigte mich und meinte, dass es so gut wie nie Komplikationen mit bleibender Taubheit geben würde. Aber Nerven können schon mal gereizt sein und das dauert seine Zeit.
Jetzt bin ich erstmal platt und verunsichert.

Tag 17 – Wo ist der Alltag?

Montag 20.12.: Es gibt eine kleine (3mm etwa) Stelle an der Unterseite meines Penis, wo die Naht etwas aufgerissen ist. Vielleicht war das auch mit eine Ursache für die unangenehmen Gefühle. Die Stelle ist schon wieder zugewachsen, aber noch etwas empfindlich.
Heute probiere ich mal etwas länger rum, was so die Empfindsamkeit und die Gefühle angeht. Es ist ein interessanter Mix, wenn zwei bisher unabhängige Hautstücke plötzlich direkt ineinander übergehen. Ich hab das Gefühl, als müsse mein Kopf und die Nerven erstmal lernen, mit den neuen Eindrücken umzugehen. Da ist das Einreiben mit der Creme gleichzeitig eine sehr gute Kennlernphase. Ob sich die veränderten Gefühle auch auf mein Empfinden beim Sex auswirken? Das wird sich wohl in den nächsten Wochen bis Monaten klären. Bei uns ist meine Frau diejenige, welche schnell mit dem Orgasmus ist. Je ruhiger und entspannter die Situation und Streicheleinheiten, reicht bei ihr das langsame Eindringen und innehalten. Allein durch dieses Gefühl kommt sie innerhalb von ein paar Minuten zum Orgasmus. Die Sache mit dem „zu früh kommen“ gibt es also bei mir nicht so. Es ist eher das Problem, dass ich noch etwas länger brauche bis ich soweit bin. Wie wird die Beschneidung da jetzt mit reinspielen? Werde ich noch länger brauchen oder macht es keinen Unterschied oder oder oder?

Jeden Tag wird die Druckempfindlichkeit besser. Es ist jetzt nur noch die oben angesprochene Stelle und eine kleine Stelle am ehemaligen Fremulum. Bei voller Erektion ist es immernoch sehr stramm. Das fühlt sich ebenfalls neu und ungewohnt an. Diese Art von Zug gab es vorher nicht. Da hatte ich mir gewünscht, das man mal die ganze Vorhaut zurück zieht, damit ich beim Sex mehr spüre. Hab ich aber nie gemacht. Ebenso habe ich nie irgendwelche Ringe benutzt o.ä.. Es wird also noch einiges zu entdecken geben.

Tag 15 – Mach mal wieder langsam…

Samstag 18.12.: Nun hat unsere Familie eine Erkältung im Griff, es passiert nicht viel. Der direkte Sex ist mir doch ab und zu so unangenehm, dass wir damit erstmal wieder pausieren. Die Nähte spannen etwas und druckempfindlich wird es um so mehr, je steifer der Penis ist.
Ich werde mich jetzt also zur Geduld aufrufen und warten, bis jegliche Schmerzgefühle aufgehört haben.
Zusätzlich zu der Urea-Creme auf der Eichel, creme ich nun noch den Narbenbereich mit Dr. Kaufmanns Creme ein (so wie Penaten). Ob die Creme viel hilft weiß ich nicht, aber das Einmassieren scheint einen sehr positiven Effekt zu haben. Dort, wo ich bei meinem Selbstversuch die beiden Knoten der Narbe abgeschnitten hab sind wohl die Fäden in der Haut geblieben. Zumindest hab ich an genau_der Stelle einen Knubbel unter der Haut. Blöd, dass ich gerade oben auf dem Penis mit meinen Versuchen angefangen habe :(. Aber ich stelle mir gerade vor, ich hätte noch weiter gemacht – dann wäre unter meiner gesamten Narbe die alten Fäden drin in Form von Knubbeln… Nee, nee. Lieber die Fäden vom Profi entfernen lassen heißt mein Rat an dieser Stelle. Auch wenn es ein paar Autostunden zu fahren sind.

Tag 13 – Die Heilung schreitet voran

Donnerstag 16.12.: Noch ein weiteres Kamillenbad gemacht. Am Fremulum sind jetzt alle Fäden weg. Auch die Druckempfindlichkeit lässt nach. Und damit klappt jetzt auch wieder das Ausdrücken nach dem Wasserlassen. Nicht mehr ganz so wie früher, aber es funktioniert.
Die Naht hat an einigen Stellen noch so kleine Wulste. Das ist vermutlich Narbengewebe und muss sich über die Zeit glätten. Auch das Empfinden um die Naht herum ist noch etwas komisch. Ich denke der Heilungsverlauf wird jetzt langsamer voranschreiten. Ich bin erstaunt, wie schnell so eine OP verheilen kann und wie schnell man Verbände, Cremes und auch die Fäden wieder los werden kann. Ich habe Glück gehabt, dass sich bei mir nichts entzündet hat oder aufgerissen ist.
Mal sehen wie es weiter geht…

Tag 12 – Mach mal langsam…

Mittwoch 15.12.: Mit dem richtigen Sex klappt es doch noch nicht so ganz. Weitere Versuche haben gezeigt, dass die Stelle um die Narbe und die Narbe doch noch zu druckempfindlich sind. D.h. beim steif werden und beim Eindringen tut es schon noch weh. Das verhindert bei mir dann doch oft den Orgasmus. Zum Einen natürlich wegen der Schmerzen und zum Anderen, weil ich mir Gedanken mache dass etwas reißt. Meine Frau hatte beim ersten mal normalem Sex einen intensiven Orgasmus und meinte, dass es sich vielleicht sogar besser angefühlt hatte, als vorher. Aber ganz festlegen wollte sie sich noch nicht :). Ihr gefällt auf jeden Fall auch das neue Aussehen meines Penis.
Ich hatte mir mal kurz Gedanken gemacht, ob das Ziehen beim Sex nicht daran liegen könnte, dass ich vielleicht zu straff beschnitten wurde? Man macht sich ja so seine Gedanken. Allerdings scheint nach einem Blick ins Forum (eurocirc.org) das ein normaler Effekt zu sein, dass es sich am Anfang manchmal etwas straff anfühlt. Auch baut bei mir die Bauchdecke kein Zelt auf. Es ist halt einfach nur straff wenn er steif ist, dass kein hin- und herbewegen der Haut möglich ist.
Ich werde mich also noch etwas in Geduld übern müssen.

Tag 11 – Betrachtungen

Dienstag 14.12.: Ich liebe meine Beschneidung. Ich bin immer wieder erstaunt, wie der Arzt diese perfekte Linie hinbekommen hat. Er sagte mir in einem Gespräch, dass er die Art der Beschneidung, die jeder Urologieanfänger als Erstes lernt, hat vollkommen neu lernen müssen. Und so leicht, wie er die Linien angezeichnet hat, so perfekt ist es geworden. Ich hatte ja auch schon experimentiert und Linien eingezeichnet. Meine vorderste Linie war auf jeden Fall zu weit von der Eichel weg. Und meine zweite Linie hat er gut gefunden und ungefähr so eingezeichnet.
Im Moment sind kleinere Teile der Naht noch etwas „wulstig“. Das kann aber noch Wochen dauern, bis sich dort die Narbe vollständig geglättet hat. Um die Empfindsamkeit der Eichel zu erhalten, creme ich sie täglich mit ein wenig Ureahaltiger (20%) Creme ein. In einem halben Jahr sollte ich wissen, ob es sich lohnt oder nicht. Bis jetzt ist das Gefühl wunderbar.

Tag 10 – Alltag

Montag 13.12.: Mittlerweile laufe ich wieder ganz normal rum. Die Unterhosen sind normal, die Bewegungen sind normal. Am Abend habe ich wieder ein Kamillenbad gemacht und danach einen der beiden Frenulum-Fäden rausgezogen. Der war ganz schön lang (1cm). Der andere Faden ist fast nicht mehr sichtbar. Ein ganz bischen tut es noch weh, wenn man direkt draufdrückt. Insgesamt gefällt mir die Form auf der Unterseite meines Penis sehr gut. Schöne Form, als ob es schon immer so gewesen wäre. Und wenn ich drüberstreiche empfinde ich auch ein angenehmes Gefühl. Die Stelle ist auf jeden Fall sensibel. Ob ich gegenüber vorher einen Unterschied merke, weiss ich jetzt noch nicht. Im Moment ist irgendwie alles neu. Alles fühlt sich neu und besonders an.
Ich hätte z.B. nie gedacht, dass ich mir mal Gedanken darüber machen werde, wie ich meinen Penis nach dem Pipimachen ausdrücken soll :). Das ist kein Witz. Die Beschneidung ist so genial straff, dass die mir geläufige Bewegung des „letzten Tropfen rausdrücken“ nicht mehr funktioniert. Mittlerweile hat sich herausgestellt, das „Ausschütteln“ genauso gut funktioniert…